​Der Gang zur Toilette ist etwas, worüber sich die meisten Menschen in ihrem Alltag keine all zu großen Gedanken machen. Wie so oft ist es eine Körperfunktion, die man erst besonders schätzt, wenn sie fehlt. Nicht selten kommt es vor, dass Personen, die unter Inkontinenz leiden, in Ihrem alltäglichen Tun und Handeln soweit eingeschränkt sind, dass sie sich vielfach sozial isolieren und Ihre Lebensqualität stark darunter leidet. Probleme in diesem Zusammenhang sind oft mit Scham behaftet. Man spricht nicht gerne darüber, weder mit Freunden noch Familie. Nicht zuletzt scheuen sich viele Patientinnen und Patienten auch davor Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt diese Sache anzuvertrauen.
Nach heutigem Stand der Medizin ist es jedoch in der Regel kein Laster, das man einfach hinnehmen muss. Je nach Ursache der Beschwerde gibt es eine Reihe an Behandlungsmöglichkeiten, die es Ihnen unter Umständen ermöglichen eine deutliche Besserung ihrer Lebensqualität zu erreichen. Dazu gehören (gegebenenfalls in Kombination mit medizinischen Behelfsmitteln):
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Behandlung einer Grunderkrankung, sofern möglich,
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Verhaltensänderungen
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Beckenbodentraining (physikalische Therapie)
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Elektrostimulation
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Pessareinlage
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operative Therapie
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medikamentöse Therapie (u.a. lokale Hormontherapie)
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operative Therapie
Um eine entsprechende Behandlungsmöglichkeit zu finden, muss zunächst die Ursache geklärt werden.
Man unterscheidet verschiedene Arten von Harninkontinenz, die jeweils unterschiedliche Symptome und Ursachen haben.
Grundsätzlich lassen sich folgende Inkontinenzarten unterscheiden:
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Stressinkontinenz
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Dranginkontinenz
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Mischinkontinenz
Stressinkontinenz: sie bezeichnet einen unwillkürlichen Urinabgang bei einer Druckerhöhung innerhalb des Bauchraumes aufgrund einer eingeschränkt Fähigkeit des Verschlussapparates der Harnblase (Harnblasenschließmuskel). Typische Symptome sind ein Urinverlust bei Aktivitäten wie Husten, Niesen, Lachen, Springen oder Heben.
Dranginkontinenz: darunter versteht man einen, oft plötzlich auftretenden Harndrang während der Blasenfüllungsphase mit unwillkürlichem Harndrang.
Mischinkontinenz: eine Mischform beider Inkontinenzarten.
Weitere Unterscheidung:
Überlaufinkontinenz: sie ist durch ein regelmäßiges Tröpfeln von Urin durch eine ineffiziente Blasenentleerung mit ähnlichen Symptomen wie bei der Belastungsinkontinenz gekennzeichnet.
Bei der funktionellen Inkontinenz steht der Urinverlust nicht im Zusammenhang mit einer Erkrankung oder einem Problem mit Blase oder Harntrakt.
Die Reflexinkontinenz beschreibt eine besondere Art der Inkontinenz, bei der sobald sich die Blase mit Urin füllt, ein unwillkürlicher Reflex ausgelöst wird, wodurch sie sich zusammenzieht und entleert.
Mit zunehmendem Lebensalter steigt die Häufigkeit von Inkontinenzbeschwerden, etwa durch Schwangerschaft, Geburt, Bindegewebsschwäche und Hormonmangel.
Für Sie als Patientin ist dabei der Besuch bei Ihrer Gynäkologin/Ihrem Gynäkologen für eine erste Abklärung und Behandlung ein wichtiger Schritt.
Beachten Sie jedoch, dass der weibliche (und der männliche) Urogenitaltrakt (Niere, Harnleiter, Harnblase, Harnröhre) dem Fachbereich der Urologie zuzuordnen ist. Deshalb kann es durchaus sein, dass Sie im Rahmen einer erweiterten Abklärung an eine Kollegin oder Kollegin der Urologie oder Urogynäkologie oder spezialisierte Instituten/Spital weiterverwiesen werden müssen.

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